Erfahrungsbericht  EQ 6 Sky Scan

                                             Der Einbau des Sky Scan Nachrüstsatzes

Ich hatte schon oft mit dem Gedanken gespielt meine EQ 6 mit einer anderen Steuerung auszurüsten.  Natürlich sollte halt dann auch eine automatische Objekt- Positionierung “ GoTo” mit dabei sein.

Das Sky Scan Upgrade versprach nun GoTo und neue Motoren für die Montierung.

Ich bestellte das Upgrade beim Teleskopservice Ransburg. Hier hatte das Teil gegenüber anderen Händlern auch einen deutlich niedrigeren Preis.( keine Ahnung warum, gut für mich). Die Lieferung klappte bestens. Nach dem Motto: heute bestellt, morgen da. Also so schnell hatte ich das bei keinem Händler erlebt. Super !!!

Da war nun das gute Stück. Also erstmal nachsehen. Der Nachrüstsatz war sehr gut in einer Styropor Kiste verpackt.

Im Lieferumfang war: Der Handcomputer, die Steuerung mit neuer Abdeckplatte, zwei solide Motoren, das Anschlusskabel für den Handcomputer, ein Stromversorgungskabel mit Zigarettenanzünder- Anschluss, die ganzen Schrauben, zwei Kreuz- Schraubendreher und natürlich die Bedienungsanleitung mit einer Anleitung zum Einbau des Ganzen. Und noch etwas Fett für die Motoren.

Gut dann konnte es ja losgehen.

Also erstmal die alte Abdeckung runter und die original Motoren raus. Ich habe dazu aber einen magnetischen Schraubendreher benutzt und die Montierung waagerecht gedreht. Das macht sich ganz gut, denn wie schnell so eine kleine Schraube mal durch den Zahnradschacht in die Schneckenwelle rutsch hatte ich schon mal erlebt, dann heisst es nur die Achse ausbauen.                                                       Der Einbau geht natürlich dann gerade anders herum. Bevor ich aber die Motoren eingebaut habe wurden die Zuleitungen der Motoren zur Platine von mir mit Isolierband umwickelt, damit die einzelnen Adern nicht so im rumhängen. Der Deklinationsmotor ist übrigens gekennzeichnet, um Verwechslungen auszuschließen. Würde aber auch gar nicht anders passen. Die Anschlüsse, an denen die Motoren auf der Platine angesteckt werden sind auch noch mal beschriftet, sogar ein Anschluss für die Polsucherbeleuchtung ist vorbereitet. Es kann gar nichts schiefgehen. Und ausserdem ist in der Einbauanleitung auch noch mal alles schön in Bildern dargestellt.

So nun kam der Test. Erstmal im Zimmer die ganzen Funktionen ausprobieren. Der Handcomputer ist etwas grösser, als die von Meade. Gefällt mir aber besser. Nach dem  Einschalten werden die ganzen Daten abgefragt, die halt das GoTo braucht. Wenn mann das alles genau eingegeben hat, wird nach der Methode des Einrichtens gefragt. Es wird hier ein ein , zwei oder drei Stern Alignment angeboten. Das drei Stern Agliment ist das genaueste. Wenn das erledigt ist, kann mann aus der grossen Datenbank des Handcomputers nun sein ziel auswählen. Er umfasst über 13000 Objekte, IC, Messier und NGC dazu kann mann auch noch 25 eigene Ziele eingeben und abspeichern. Das sollte doch genügen. Ausserdem kann man die normale, lunare und solare Sterngeschwindigkeit zur jeweiligen Nachführung wählen. Die Motoren ziehen kraftvoll durch. Kein Ruckeln oder Stocken beim Versuch mit dem 10” SC und den 500 MTO Huckepack und drei Gegengewichten. Bei der Objekt Positionierung im GoTo mit 800 facher Geschwindigkeit etwas lauter ( aber noch erträglich und nicht störend ) und im Nachführmodus ist dann nur ein leises Sorren zu hören.  Eine automatische Korrektur des Periodischen Schneckenfehlers gibt es auch, der Handcomputer besitzt ein PEC Recorder. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich ein Kabel gebastelt, das den Handcomputer mit einem PC verbindet ( RS 232 Schnittstelle ) . Die Steckerbelegung ist gut in der Bedienungsanleitung beschrieben. Ich habe die Steuerung unter Windows 98 und XP mit den Planetariumsprogrammen Hallo Nothern Sky und Easy Sky getestet. Es funktioniert wunderbar. Man muß sich nur die Ascom Komponenten kostenlos im Internet runterladen und das NexStar 5 Protokoll einstellen. Als nächstes kam die Autoguider Funktion dran. Ich habe mein Star 2000 Nachführmodul an den Autoguider Eingang direkt auf der Abdeckplatte angeschlossen und es mit der Orginalsoftware meiner Starlight CCD Kamera und AstroArt getestet, auch das funktionierte.   

 

                                           Und so funktioniert das Ganze in der Praxis

Die Montierung habe ich als Erstes mit Hilfe des Polsuches nach Norden ausgerichtet. Nach dem Einschalten der Montierung erscheint Display der Handsteuerbox die Versionsnummer , die dann mit Enter zu quittieren ist. Es erscheint nun die Frage “ Begin Alignment?”, also die Frage nach der Ausrichtung des Teleskopes für den GoTo- Betrieb. Man kann diese Frage mit “Yes” oder “No” quittieren. Nach der Auswahl von “Yes”sind die üblichen Parameter für den GoTo- Betrieb einzugeben. Das heisst zuerst wird man zur Eingabe des Längen- und Breitengrades aufgefordert. Danach folgt die Zeitzone und das Datum und die Uhrzeit. Bei der Eingabe der Uhrzeit ist auch die Sommer- bzw. Winterzeit auszuwählen. Sind diese Eingaben beendet gelangt man automatisch in das Einrichtungsmenü. Dort kann nun die Auswahl nach der Methode des Einrichtungsverfahrens gewählt werden. Es gibt hier die ein- zwei oder drei Sterne Ausrichtung. Am besten und genauesten ist die drei Sterne Ausrichtung. Also nach dem diese nun ausgewählt wurde, erscheint ein vorgegebener Stern im Display. Dieser kann für die Ausrichtung genommen werden oder je nach Sichtbedingungen ist auch eine Auswahl andere Sterne mit Hilfe der Scroll Tasten möglich. Hat man nun den richtigen Stern, wird er mit Enter bestätigt und das Teleskop bewegt sich in seine Position. Wenn der Stern erreicht ist, hört man einen Piepton und man wird zum Bestätigen der errichten Position vom Display der Handbox aufgefordert. Der Stern sollte nun im Gesichtsfeld des Suchers zu sehen sein. Wenn nicht holt man ihn mit Hilfe der Richtungstasten dahin. Die Geschwindigkeit kann dabei frei gewählt werden. Wenn der Stern nun im Mittig im Sucher zu sehen ist, wird er anschliesend in die Okularmitte gebracht und das ganze mit Enter bestätigt. Danach erfolgt analog dazu die Einstellung der beiden anderen Sterne. Nach einer kurzen Wartezeit erfolgt anschließend die Bestätigung im Display der Handbox, das das Einrichten erfolgreich beendet wurde. Als beste Auswahl der Sterne bei der Einrichtung nehme ich immer Sterne die ein Möglichst großes Dreieck am Himmel bilden. das heist zwei westlich und einen östlich vom Meridian. Nach dieser Vorgehensweise befanden sich die angefahrenen Objekte nahezu immer in der Okularmitte.

Zur Verbesserung der Nachführgenauigkeit gibt es auch noch die Möglichkeiten zur Einstellung des Backlash in Rektazension und Deklination und des automatischen Ausgleiches des periodischen Schneckenfehlers (PEC).

Der Backlash bezeichnet das Getriebespiel einer Montierung. Er kommt durch ein ungenaues ineinandergreifen der Zahnräder zustande, was einen gewissen Leerlauf beim Richtungswechsel bewirkt. Zum automatischen Ausgleich dieses Getriebespiels besitzt nun die Sky Scan die Funktion über die Handsteuerbox einen Wert festzulegen, der den Backlash beseitigt. Am besten funktioniert hier der Wert 5000 für Rektazension und Deklination.

Der periodische Schneckenfehler resultiert aus einen ungenauen Lauf des Schneckenrades. Er kommt durch fertigungsbedingte Toleranzen der Schnecke zustande. Zum automatischen Ausgleich dieses Fehlers besitzt die Handsteuerbox auch eine Korrektur. Damit aber die Elektronik erst einmal weiß, wieviel Korrektur nötig ist, muß der periodische Schneckenfehler aufgezeichnet werden. Das geschieht mit Hilfe des sogenannten PEC- Recorders. Bevor man den periodischen Schneckenfehler mit dem PEC- Reckorder  aufnimmt, ist ein genaues einscheinern der Montierung erforderlich. Wenn das erledigt ist wird ein Stern mit Hilfe des Fadenkreuzoklares im Teleskop eingestellt. Dann wählt man die Option PEC- Training der Handsteuerbox an. Nach Bestätigen mit Enter wird man zur Eingabe der Korrekturgeschwindikeit aufgefordert. Diese sollte 0,25 bzw. 0,5 betragen. Hat man den Wert eingestellt und mit Enter bestätigt beginnt die Aufnahme des Schneckenfehlers. Die Dauer der Aufnahme beträgt ca. 8 min., also eine volle Umdrehung. Während der Aufnahme ist nun dei Position des eingestellten Sternes mit Hilfe der Richtungstasten Ost und West ( Nord und Süd funktionieren hier nicht, wäre auch unsinnig) in der Mitte des Fadenkreuzokulares zu halten. Die Hansteuerbox zeigt dann automatisches das Ende der Aufnahme an. Nun kann zusammen im Menüpnkt “Nachführung” die Nachführung mit der PEC- Korrektur gewählt werden. Bei einer genauen Aufnahme funktioniert die automatische Korrektur tadellos.

Die Benutzung der Autoguiderfunktion der Montierung funktioniert auch problemlos. Allerdings hat sich in einigen Testversuchen herausgestellt, das das Autoguiding nicht funktioniert, wenn vorher die Montierung für den GoTo- Betirb eingerichtet worden ist. Außerdem ist eine Abschaltung der Korrekturen für den Backlash und des PEC empfehlenswert. Das ist aber eine logische Maßnahme, um Elektronikfehler beim Autoguiding auszuschließen.

Mein erster Eindruck nach dem Test ist das das Sky Scan eine wirklich gelungene Steuerung mit GoTo- Funktion für die EQ 6 ist die auch noch weitere Möglichkeiten, wie Autoguiding, PEC Korrektur und PC Verbindung besitzt. Und sich die Investition gelohnt hat.. Als Mango würde ich halt nur sehen, das die Bedienungsanleitung nur in Englisch erhältlich ist und die Menüführung des Handcomputers auch nur in dieser Sprache ist. Es soll aber ein Softwareupdate in deutsch für den Handcomputer kommen, das dann zum Download bei Skywatcher bereitsteht.